Von Minecraft bis LoL: Dana ist Gamerin

In der Grundschule hat Dana schon fleißig Sims mit ihrer Schwester gespielt. Mit 12 Jahren wechselte sie dann zu Online-Games. "Ich habe schon viele verschiedene Spiele ausprobiert. Minecraft habe ich eine Zeit lang sehr intensiv gespielt, weil es so schön vielseitig ist. Du kannst bauen oder kämpfen - für jeden ist etwas dabei." Mit ein paar Freunden hat sie vor einiger Zeit einen Minecraft-Server angefangen und damit über 1000 Spieler*innen erreicht. "Mir gefällt es, dass man über das Spielen mit so vielen Leuten in Kontakt kommt." Mittlerweile ist Dana eher bei League of Legends (LoL) unterwegs. "Ich finde es super, dass man bei diesem Game in verschiedene Rollen schlüpfen kann und einfach mal ausprobiert, ob man lieber angreift oder defensiv spielt."

Als Mädchen bekommt Dana meistens nur positive Reaktionen von anderen Gamern. Für viele ist sie ein ganz normales Teammitglied. Manche Gamer sind erst einmal verwundert, akzeptieren Dana dann aber schnell als Mitspielerin. "Am Anfang eines Spiels gibt es schon den ein oder anderen blöden Spruch. Viele denken, dass man als Mädchen besonders schlecht ist und wollen mich immer als Erste töten. Wenn ich gegen diese Leute spiele und gewinne, ist es dann aber umso lustiger!" Ein paar dumme Sprüche über ihr Geschlecht und ihre Skills hat Dana trotzdem einstecken müssen. Solche Beleidigungen lässt sie nicht wirklich nah an sich heran. "Blöde Kommentare spornen meinen Ehrgeiz im Spiel eher an!"

Als Gamer Girl sieht sie sich nicht. Diesen Begriff verbindet sie mit all den nervigen Vorurteilen gegen Mädchen, die in Online-Games die Runde machen. Dana kann nämlich sehr wohl Link und Zelda auseinanderhalten und ist auch nicht nur auf Aufmerksamkeit aus. Sie bezeichnet sich lieber als Gamerin. "Ich bin einfach nur ein Mädchen, dass gerne Computerspiele spielt." Auch wenn es immer Mädchen geben wird, die die typischen Vorurteile bestätigen, treffen diese bei Weitem nicht auf die Mehrheit der Gamerinnen zu, findet Dana.

"Am meisten nervt mich das Vorurteil, dass Mädchen nur Mädchenspiele spielen und keine Shooter - das stimmt einfach nicht!"

Allerdings beobachtet sie, dass auch Jungen mit blöden Sprüchen und Beleidigungen zu kämpfen haben, wenn sie z.B. nicht so gut spielen oder eher weibliche Rollen übernehmen. "Nicht nur wir Mädchen sind Opfer von Beleidigungen und Vorurteilen in Games."

Wenn es um Fähigkeiten im Spiel geht, findet Dana die Unterscheidung zwischen Jungen und Mädchen überflüssig. Der einzige Geschlechterunterschied, der ihr auffällt, hat eher mit dem Spielerleben zu tun: "Jungs spielen oft nur, um zu gewinnen und werden dann öfters mal aggressiv. Mädchen sind da friedlicher und der Spielspaß steht mehr im Vordergrund." Egal ob Mädchen oder Junge - Für die Zukunft wünscht sich Dana, dass es in Online-Games toleranter zugeht. "Wenn man in einem Spiel nicht direkt gut ist, macht es oft keinen Spaß weiterzuspielen. Die Leute sollten sich Gedanken darüber machen, was ihre Sprüche anrichten können. Man sollte im Chat nur das sagen, was man der Person auch auf der Straße sagen würde."

 

Mehr Tipps und Infos findest Du in unserem Themenmodul Respektvoll in Online-Games.
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