Von WoW bis Armello: Katharina ist Gamerin

Katharina spielt Videospiele seitdem ihre Mutter es aufgegeben hat, sie und ihre Geschwister davon abzuhalten. Ihre Laufbahn hin zu Online-Games war lang und unterhaltsam. "Ich erinnere mich an Zeiten, in denen wir im Keller eines Freundes saßen und Stronghold über Kabel gegeneinander spielten. Mein erstes richtiges Massively Multiplayer Online Role-Playing Game (MMORPG) war dann World of Warcraft (WoW)." Die Zeiten der MMORPGs sind mittlerweile vorbei. Heutzutage spielt sie gerne abwechslungsreiche Indie-Spiele, wie z.B. den Singleplayer Brothers oder das Multiplayer Board Game Armello. Für Katharina sind Games mehr als nur Unterhaltung. "Manche Spiele entführen mich in andere Welten und berühren mich durch eine großartige Geschichte und atemberaubende Grafik, andere Spiele strengen meine Gehirnzellen an. Ich finde es schön, wenn Spiele Menschen verbinden und man gemeinsam Spaß haben kann."

Ihre Leidenschaft hat sie zum Beruf gemacht. Katharina ist Geschäftsführerin ihrer eigenen Firma, in der sie gemeinsam mit einer Freundin Point & Click Adventures für Kinder entwickelt. Viele sind überrascht, wenn Katharina erzählt, dass sie Spieleentwicklerin ist. "Aber dann wundert sich auch niemand mehr, dass ich selbst zocke." Als Mädchen hat sie nur wenige negative Erfahrungen in Online-Games gemacht - allerdings hat sie es auch nicht zugelassen. "Sowas muss man sich nicht geben. Ich kann in Games selbst entscheiden, mit wem ich mich umgebe. Die Leute, mit denen ich zocke, machen keinen Unterschied zwischen Frau und Mann. Auch Herkunft, Alter und sexuelle Neigung sind egal. Jeder spielt so, wie er oder sie es für richtig hält und zusammen hatten wir schon viele schöne Spielerlebnisse."

Und wenn doch mal ein beleidigender Spruch im Chat kommt? Dann ignoriert Katharina ihn normalerweise. "Wenn es mich wirklich stört, dann blocke ich den Spieler oder melde ihn sogar, wenn er zu aufdringlich wird." Trotzdem findet Katharina, dass Gamerinnen ein großes Selbstbewusstsein brauchen, um online aktiv zu sein. "Es ist immer ein gewisses Maß an Rückgrat und Stolz nötig, um sich gegen andere durchzusetzen." Als Problem sieht Katharina dabei nicht nur die Vorurteile gegenüber Mädchen, sondern auch rassistische und andere feindselige Einstellungen von manchen Gamern. "Es muss sich einfach in vielen Köpfen etwas verändern. Nicht nur in Online-Games."

Was Katharina anderen Gamer*innen auf jeden Fall mit auf den Weg geben möchte:
"Spielt nur da, wo ihr Euch wohlfühlt. Gebt anderen Menschen keine Macht darüber, miese Gefühle in Euch hervorzurufen. Zocken soll Spaß machen!"

 

Mehr Tipps und Infos findest Du in unserem Themenmodul Respektvoll in Online-Games.
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