Zivilcourage im Netz

Wenn wir das Wort „Zivilcourage“ hören, denken wir an eine Person, die sofort einschreitet, wenn ein Fremder auf offener Straße belästigt oder angegriffen wird. Das hat viel mit Mut und Sinn für Gerechtigkeit zu tun. Leider ist Zivilcourage ein Phänomen, das wir eher selten in unserem Alltag beobachten. Jede*r von uns ist bestimmt schon einmal Zeuge von Hass und Gewalt in der Öffentlichkeit geworden. Wir finden es nicht okay, was da passiert, aber unternehmen oft nichts dagegen. „Irgendjemand wird schon eingreifen…“ oder „Das geht mich eigentlich gar nichts an…“ sind typische Gedanken. Manchmal wissen wir auch ganz einfach nicht, wie wir uns in solch einer Situation verhalten sollen. Oder wir haben zu große Angst, dass wir uns selbst in Gefahr bringen. Diese „schweigende Mehrheit“ gibt es nicht nur im realen Leben, sondern auch im Netz. Cybermobbing und Hate Speech sind Formen digitaler Gewalt, die ebenso viel Einsatz und Zivilcourage von anderen Nutzer*innen erfordern. Denn friedliches Miteinander und Zusammenhalt in der Gesellschaft sind nur möglich, wenn wir für unsere Mitmenschen einstehen.

Heute ist Tag der Zivilcourage !
Deutschlandweit veranstalten Initiativen und Bürger*innen verschiedene Aktionen, um auf die Bedeutung von Zivilcourage für unsere demokratische Gesellschaft aufmerksam zu machen. Ein guter Zeitpunkt also, um der Frage nachzugehen, wie wir uns auch im Netz für mehr Zusammenhalt stark machen können…

Egal ob offline oder online – Zivilcourage ist wichtig!

Für einen fairen Umgang im Netz zählt das Verhalten aller Nutzer*innen.
Jede*r hat eine Online-Stimme, die zählt!
Hier sind ein paar Tipps:

  • Einmischen
    Mache anderen Nutzer*innen klar, auf welcher Seite Du stehst. Du kannst Hater*innen zur Rede stellen und Deine eigene Meinung vertreten. Wichtig ist dabei, dass Du Dein „Dislike“ ohne „Diss“ zum Ausdruck bringst. Bleibe freundlich und sachlich – aber setze ganz klar Dein Zeichen gegen Hass im Netz!
  • Hilfe anbieten
    Biete Deine Unterstützung an und zeige den Betroffenen, dass sie in der Situation nicht alleine sind. Eine freundliche Privatnachricht auf Instagram, Facebook & Co. ist zwar nur eine kleine Geste, aber auch das kann den Betroffenen schon weiterhelfen. In unserem Themenmodul Schau nicht weg! – bei Cybermobbing gibt’s mehr Tipps für Mitgefühl im Netz.
  • Inhalte melden
    Wenn Du Videos, Posts und Kommentare entdeckst, die einen anderen Menschen beleidigen, bedrohen oder eine bestimmte Gruppe von Menschen diskriminieren, kannst Du die jeweilige Plattform informieren. Es gibt verschiedene Anleitungen, die Dir beim Melden von Profilen oder einzelnen Kommentaren bei YouTube, Facebook & Co. helfen. In unserem Themenmodul Hass im Netz – Geht gar nicht! erklären wir Dir, welche Formen von Hass im Netz sogar strafbar sind.
  • Gegenrede
    Das beste Mittel gegen Hate Speech ist Counter Speech (engl. für Gegenrede). Du kannst Hater*innen auf ihre Posts ansprechen und nachfragen, warum er oder sie so denkt. Oder Du durchbrichst die Lawine aus Hasskommentaren z.B. mit Memes und Kommentaren, die eine andere Sichtweise aufzeigen. Manchmal hilft an dieser Stelle auch Humor. Beim No Hate Speech Movement findest Du hilfreiche Memes und Statements zum Kontern von Hate Speech.