Privates bleibt privat - Wehe Du postest das!

Das Geschäft mit den Daten

Mal eben nach aktuellen Sneaker-Trends googeln, die neue Lieblingsserie auf Netflix schauen oder ein Bild auf Instagram liken - egal, was wir im Netz machen, wir hinterlassen unsere Spuren. Mit unserem Such- und Klickverhalten füttern wir das Internet tagtäglich mit Informationen zu unseren Vorlieben, Interessen und Gewohnheiten. Vor allem große Unternehmen sind an diesen Daten interessiert: Anhand der gesammelten Informationen wird ein "Bild" von unserer Person erstellt und wir bekommen z.B. passgenaue Werbeanzeigen präsentiert. Das ist natürlich praktisch, denn so sehen wir nur das, was uns auch wirklich gefällt.

Was wir dabei oft nicht bedenken: Nicht nur unser Kaufverhalten, sondern auch unsere persönliche Meinung gegenüber bestimmten Menschengruppen oder unsere politische Einstellung wird stark davon beeinflusst, in welcher Filterblase wir unterwegs sind. Und wenn wir nach einer Krankheit googeln oder uns Rat in einem Forum holen, werden auch diese Informationen über unsere Sorgen und Probleme gesammelt. Ob wir wollen oder nicht - wir hinterlassen im Online-Alltag einen Fußabdruck. Daher sollten wir uns auf jeden Fall Gedanken darüber machen, welche Daten wir preisgeben und was das für Konsequenzen nach sich ziehen kann.
 

Wir brauchen unsere Privatsphäre - auch online!

Den Spruch "Das Internet vergisst nie" kennen wir alle. Leider ist da auch etwas Wahres dran. Peinliche Bilder oder Kontaktdaten lassen sich im Netz schnell und einfach verbreiten. Mit nur einem Klick können unsere privaten Daten einem sehr großen Publikum zugänglich gemacht werden. Sind diese Informationen erst einmal im Netz zu finden, ist es praktisch unmöglich, diese wieder zu löschen. Manche Informationen über unser Leben möchten wir allerdings lieber für uns behalten. Wir wollen selbst entscheiden, wer unseren Wohnort und Beziehungsstatus kennt, über unsere Krankheiten Bescheid weiß oder wem wir peinliche Geschichten und Selbstzweifel anvertrauen. Privatsphäre ist wichtig, damit wir uns frei und selbstbestimmt fühlen können und gelegentlich auch mal Ruhe vor den Erwartungen und Einflüssen anderer Menschen haben. Das Recht auf Privatsphäre gilt sogar als Menschenrecht! Jede*r entscheidet selbst, was für ihn oder sie privat ist. Das können intime Dinge sein, Gefühle, Geheimnisse oder die eigenen Finanzen und Kontaktdaten. Auch im Netz wünschen wir uns diesen Safe Space. Cyberkriminelle versuchen immer wieder, an private Informationen zu gelangen, um damit Geld zu verdienen. Der leichte Zugriff auf personenbezogene Daten (Telefonnummer, Adresse, Geburtsdatum, Kontonummer etc.) führt dazu, dass Fake-Profile erstellt werden oder sogar Identitätsdiebstahl begangen wird. Auch das soziale Miteinander bei WhatsApp oder Instagram kann unsere Privatsphäre verletzen, z.B. wenn jemand ungefragt ein Bild von uns postet oder eine private Chatnachricht weiterleitet. Im europäischen Raum wird mithilfe der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) die Verarbeitung personenbezogener Daten geregelt, damit diese nicht für wirtschaftliche oder politische Zwecke genutzt werden können. Aber auch wir selbst und unsere Freund*innen sind dafür verantwortlich, wie es um unsere Online-Privatsphäre steht...

Wir Scouts setzen unser persönliches Zeichen für mehr Privatsphäre im Netz!

Zum Thema Datenschutz haben wir in Hannover ein paar Offline-Aktionen durchgeführt
und auch eine Mitmach-Aktion auf Instagram & Co. gestartet.
Neugierig? Dann schaut mal rein! ;)

Privatsphäre oder Präsenz - Das ist hier die Frage!

Viele personenbezogene Daten gelangen ungewollt ins Netz, andere veröffentlichen wir ganz bewusst in den sozialen Medien. Obwohl uns der Schutz privater Daten wichtig ist, teilen wir unseren Alltag und viele persönliche Informationen auf Instagram, Facebook, WhatsApp & Co. - passt das überhaupt zusammen? Dieses Phänomen nennt man Privacy Paradox. Wir bezahlen sozusagen freiwillig mit unseren Daten, um dafür Vorteile zu bekommen, wie z.B. Austausch mit Freund*innen, Anerkennung innerhalb der Online-Community und viele neue Follower.

Auch Du kannst Dich für Datenschutz stark machen - mit Deinem Verhalten im Netz!

Für einen sicheren Umgang mit persönlichen Daten zählt das Verhalten aller Nutzer*innen.
Du möchtest mit Deinem Online-Verhalten dazu beitragen, dass private Informationen von Dir und Deinen Freund*innen besser geschützt werden? Hier sind ein paar Tipps!

  • Erst denken - dann posten!
    Chatnachrichten und Posts sind schnell verschickt. Trotzdem sollten wir uns vorher fragen: Ist das auch noch in einer Woche meine Meinung? Darf ich das überhaupt posten oder brauche ich dafür das Einverständnis meiner Freund*innen? Jede*r hat nämlich das Recht am eigenen Bild und kann selbst entscheiden, was mit Bildern und Videos passiert, auf denen er oder sie zu sehen ist - das gilt übrigens auch für Sprachnachrichten.
  • Hey Google
    Hast Du Dich schon einmal selbst gegoogelt? Überprüfe einfach mal, welche Information über Dich im Netz zu finden sind... Hast Du diese Infos selbst veröffentlicht oder stammen sie von anderen Personen? Und bist Du überhaupt damit einverstanden? Wenn nicht, kannst Du Dich an die jeweiligen Seitenbetreiber wenden.
  • Smartphone Safety
    Deaktiviere Deine Standortermittlung. Diese Funktion brauchst Du sowieso nicht rund um die Uhr. Nutze am besten keine ungesicherten Netze, wie z.B. freies WLAN im Einkaufszentrum oder im Coffeeshop. Checke alle Deine Apps: Was für Zugriffe und Berechtigungen verlangen sie von Dir? Bei kostenlosen Anwendungen bezahlen wir oft mit den eigenen Daten. Oder starte einen digitalen Frühjahrsputz! Welche Apps nutzt Du regelmäßig und welche könntest Du eigentlich löschen...?
  • Der Werbetafel-Test
    Frage Dich bei allen Bildern und Videos, die Du bei Instagram & Co. posten willst, ob es für Dich auch okay wäre, wenn diese Infos auf einer großen Werbetafel in der Stadt zu sehen sind. Kein Problem damit? Oder gibt es vielleicht doch das ein oder andere Bild, das nicht unbedingt alle Leute sehen sollten? Dann veröffentliche es am besten auch nicht im Netz!
  • Privacy, please!
    Du entscheidest selbst, wie viele Informationen Du online über Dich preisgibst. Bei Instagram, Facebook, WhatsApp & Co. kannst Du mit ein paar kleinen Häkchen Deine Privatsphäre-Einstellungen anpassen. Anleitungen findest Du hier.

Du willst mehr zu diesem Thema erfahren?

Unser Webinar Privates bleibt privat - Wehe Du postest das! hält viele weitere Infos und Tipps für Dich bereit!

 

iStock-Bilder:
istockphoto.com/Evgeny555
istockphoto.com/monkeybusinessimages
istockphoto.com/vlado85rs